Presse

Neue Osnabrücker Zeitung:

Pianistin Anne Folger begeisterte beim Schlosskonzert
Von Margret Lejeune


Bad Iburg


Zu Gast im Iburger Schlosskonzert war jetzt Anne Folger aus Weimar. Bedenkt man ihren musikalisch-pianistischen Werdegang - begonnen im sechsten Lebensjahr, die Studien in Weimar und Paris, die absolvierten Wettbewerbe - so ergibt dies eine Basis, auf der auch die eminent überzeugende Wiedergabe der "Appassionata" von Beethoven verstehbar wird. Mit diesem "Kosmos an Musik", diesem vulkanischen Ausbruch aller - auch der pianistischen - Kräfte zu beginnen, erstaunte gleichwohl.
 Die unnachgiebig jagenden 12-Achtel-Rhythmen bestimmten Tempo und Empfindung. Unausweichlich bannen sie auch das klagende Seitenthema, die Vision einer zwischen drei Themen brodelnden Durchführung und in Summa den gesamten - einer Fantasie gleichenden - Hauptsatz. Gekrönt durch das geisterhaft fahle Erstarren der Schlussakte! Das Erlebnis ihres derart zwingend interpretierten "Allegro assai" hätte den Abend fast schon gelohnt.
Mit der weich punktierten Choralbewegung des "Andante" entführte Folger Zuhörerinnen und Zuhörer in andere Welten und faszinierte mit jedem Ton der folgenden vier Variationen, fesselte mit dem Farbenspiel der immer höher aufsteigenden Klänge und dem geradezu süchtig machenden Gleichmaß des Grundrhythmus. Die Sechzehntelwirbel des Allegro-Schluss-Satzes jedoch entlockten der Pianistin alle Kraft gestalterischer Freiheit, bis hinein in den "Höllentanz" der Presto-Coda.
In der gleichsam bewegungslosen Melodik des E-Dur-Intermezzos, das Folger in purem Wohllaut schweben ließ, deutete sich bereits die Debussyspielerin an, wie sie dann in vier Preludes (Band l) zu hören war.
Erkennbar tänzerisch die "Danseuses de Delphes" - fein gesponnen Klänge und Farbmischungen der "Voiles", dabei äußerst diszipliniert auf Rhythmen und Tonstärken bezogen. "So leicht wie möglich" forderte Debussy für die pausenlos rollenden Piano-Sextolen des "Le vent dans la plaine" (Wind in der Ebene). Kein Problem für die Pianistin: Der Wind säuselte, Sturm brach ein. Aus Klängen und Düften des Abends (Le son et la parfum) andererseits entwickelte sich unter ihren Händen eine bezaubernde Valse melancholique.
Virtuosität als Selbstverständnis spiegelte sich zum Konzertabschluss in einer brillanten, spannungsgeladenen Wiedergabe des cis-Moll-Scherzo von Chopin.

 

Thüringer Landeszeitung:

Anne Folger schaffte es schließlich jedwedes Eis zwischen beiden Städten zu brechen. Die 28-jährige Pianistin gewann die etwa 200 Gäste aus Kamakura im Sturm.

 

Thüringer Allgemeine: 

Das Interesse an der Weimarer Kultur ist groß. Wie der überwältigende Andrang beim Klavierkonzert von Anne Folger bewies. Mit ihr hatten die Bürgerreisenden eine kulturelle Botschafterin mitgebracht, die nach ihrem Solokonzert mit lang anhaltendem Applaus und Bravorufen gefeiert wurde.

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